\nVom Überleben zum Leben – Apal ohne Grenzen e.V.

Vom Überleben zum Leben


Vom Überleben zum Leben

Darf ich mich vorstellen? Ich bin Fussel und ca. 5 Jahre alt. Ich möchte allen meine kleine Geschichte erzählen.

Begonnen hat meine Geschichte in Bosnien. Ich saß in einer dieser Tötungsstationen und meine Tage waren eigentlich gezählt.

Das Glück wollte mich aber nicht einfach so gehen lassen, ich wurde von einer Tierschutzorganisation entdeckt und da rausgeholt. Menschen fand ich zu dem Zeitpunkt einfach nur furchteinflößend. Ich wusste ja nicht, dass diese Zweibeiner auch nett und zärtlich sein konnten. So meinte das Glück es nochmal gut mit mir und ich kam in eine Pflegestelle, in der es sogar nochmal einen kleinen Hund gab, bin ja selber nicht so groß. Dieser andere Vierbeiner fand es sogar schön gestreichelt und gekuschelt zu werden. Das war nichts für mich. Anfassen tabu….. vor allem meine Pfoten und mein Bäuchlein waren Sperrgebiet. Also lieber unter Tischen und Schränken verstecken. Aber… es gab Futter, einfach so. Das fand ich lecker und toll.

Ich sollte tatsächlich nochmal Glück haben. Zwei Menschen fanden mich nur von Bildern her so toll, dass sie mich besucht haben.  Ich wusste ja nicht, dass sie wirklich nur wegen mir gekommen sind. So verhielt ich mich lieber unauffällig. Sie waren wohl überzeugt, dass ich ein toller, kleiner Kerl bin und nochmal hatte ich das Glück auf meiner Seite. Ich zog tatsächlich zu den neuen Menschen. Alles war irgendwie komisch. Nur ich und diese zwei Menschen. Ob sie es wirklich gut mit mir meinen. Mal beobachten.

Natürlich war ich sehr zurückhaltend und misstrauisch, aber ab und zu habe ich dann doch probiert ob diese Menschenhände sich vielleicht doch ganz gut anfühlen. Nach ein paar Wochen habe ich mich dann über Nacht entschieden, es zu probieren…..und es fühlte sich gut an. Ein bisschen gekrault und gestreichelt zu werden ist gar nicht so schlecht. Ich wollte immer mehr!

Mittlerweile, ich bin jetzt ein halbes Jahr bei meinen Menschen, liebe ich es auf dem Rücken zu liegen und überall gekrault, gestreichelt und geknuddelt zu werden. Und wirklich überall! Ich lasse jetzt auch meinen Gefühlen wie Freude, Erkundungsdrang usw. freien Lauf. Ich habe gemerkt, die Menschen freuen sich darüber und alle Hunde machen das. Abends besuche ich immer ein weiteres Familienmitglied, Nanuk einen Haflinger. Er ist zwar viel größer als ich, aber Angst habe ich vor ihm nicht. Ich stöbere gerne im Stall rum, nur wenn es irgendwo knallt, bekomme ich noch große Angst und würde mich am liebsten verstecken. Aber meine Menschen passen auf mich auf. Im Urlaub war ich auch schon mit den zwei. Toll…den ganzen Tag mit den Zwei unterwegs, und in der Nacht auch beide da. Ach ja ….Auto fahren finde ich auch toll. Meistens machen wir dann einen Ausflug wo es immer viel zu schnuppern und zu sehen gibt. Leckerli nicht zu vergessen. Ich fühle mich einfach Pudelwohl.

Was habe ich nur die Jahre ohne Schmusen und ein sicheres Plätzchen gemacht?